Ähnlich wie bei der Sängerin auf der Bühne geht Karin von Beyer auch bei den seit etwa 2013 entstehenden Steinbildern vor.


Doch hier reizen sie eindeutig die Oberflächen der Steine, die sie jedoch nie im Original zu Gesicht bekommt.

Als Ausgangspunkt dienen wieder Fotografien, die ihr Mann Thomas von Hochgebirgstouren mitbringt.
Doch bereits das Foto abstrahiert das Aufgenommene. Das reicht ihr nicht. Sie selber sagt
„Ich sehe nicht den Stein, sondern Flächen, Hell-Dunkelkontraste, reizvolle Formen und Zwischenräume“.

Daher fertigt sie eine Schwarz-Weiß-Fotokopie des Fotos, die ihrerseits jenes wieder verfremdet, zumal hier der Ausschnitt leicht geändert werden kann. Erst diese Fotokopie, die sie durch Faltung oft noch weiter verändert, wird zur direkten Vorlage – allerdings nur für eine Zeichnung.
Dann verselbständigt sich das Bild, das Steinbild durchläuft so eine Metamorphose. Durch die Schwarz-Weiß-Abstraktion ist Karin von Beyer in der Farbwahl ganz frei, setzt durch den dünneren oder breiteren Pinsel bzw. Malmesser und Spachtel sowie mit der Dicke des Farbauftrags vollkommen neue Akzente in einem nun meist vollkommen abstrakten Gemälde. Meist legt sie mehrere Schichten übereinander. Die Farbe trägt sie unterschiedlich auf, mal lasierend in starker Verdünnung, andere Male pastos, in dicker Schicht. Oft benützt sie einen Spachtel.
Auszug aus: Dr. Ilse von zur Mühlen: Karin von Beyer – Ein Blick auf ihre Kunst, in: Karin von Beyer: Anderer Blick, Fürth 2016, S. 14f.